KRYOTHERAPIE
 
 
Allgemeine Kryotherapie
Wird in einer speziellen Kammer durchgeführt, in der mit flüssiger Luft die Temperatur bei – 120°C gehalten wird. Die Aufenthaltsdauer des Patienten in der Kammer beginnt mit 0,5 Minuten und wird stufenweise auf 3 Minuten verlängert. An der Behandlung nimmt man im Badeanzug, Gesichts- und Nasenmaske, Ohrbinde, Handschuhen und Kniestrümpfen teil. Während man sich in der Kältekammer aufhält, soll man energische Bewegungen machen und ständig gehen. Nach Verlassen der Kammer soll man zum Turnraum übergehen und eine halbe Stunde lang unter Aufsicht des Therapeuten trainieren.
 
 
 
KRYOTHERAPIE – Kälte, die heilt
Historischer Umriss
 
Kryotherapie ist eine der ältesten Heilmethoden. Die ersten Notizen über die Verwendung niedriger Temperatur kommen aus der Antike, genauer aus Ägypten, um 25001 v. Chr. Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) empfahl die Hyperthermie für die Verringerung von Anschwellungen, Blutungen und Schmerzen. Er hat nämlich beobachtet, dass Kälte analgetische Eigenschaften hat. Diese Fakten haben auch andere Ärzte u.a. der napoleonische Chirurg D. J. Lorrey bestätigt. Er beschrieb, dass die Gliedmaßen verletzter Soldaten während der Russland-Kampagne (1812) bei minimalen Schmerzen und Blutungen amputiert werden konnten, wenn sie aber früher mit Eis oder Schnee belegt worden sind.
 
Bis heute sind die analgetischen Eigenschaften von Chlorid-Äthanol bekannt und werden in der Sportmedizin bei Kontusionen angewandt. An der Stelle der Verwendung kann man die Temperatur des Gewebes von - 15°C bis -20°C senken.
Von der modernen Kältebehandlung kann man seit dem Erwerben der Physiker der Kenntnis über die Verflüssigung von Gasen und deren Aufbewahrungsart sprechen– das ist seit Ende des 19. Jhs. Die damaligen Physiker, unter denen sich auch Polen (K. Olszewski, Z. Wróblewski) befanden, haben nicht nur den Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff, die Luft und den Wasserstoff kondensiert, sondern auch die der Industrie die Produktion flüssiger Kältemittel ermöglicht.
Die Kryotherapie kann sowohl einen destruktiven als auch stimulierenden Charakter haben. 1899 hat A. White flüssige Luft zur Behandlung von Hautwarzen verwendet. 1961 haben Cooper und Lee mit einem chirurgischen Ziel den flüssigen Stickstoff angewandt – das war die Geburtsstunde der Kryochirurgie. Zu Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hat der Rheumatologe Toschima Yamauchi (wird für den Vater der Kryotherapie gehalten) die niedrige Temperatur nicht für destruktive Ziele angewandt, d.h. er bezweckte die Kühlung der rund um erkrankten Körperstelle. Die stimulierende Wirkung (oberflächlich) der Kälte-Temperatur (unter 100°C), der man sehr kurz ausgesetzt wird, (ca. 2-3 min.) wird dazu verwendet, um die physiologisch strukturelle Reaktion auf Kälte hervorzurufen und auszunutzen, damit die Grundbehandlung unterstütz wird und die Behandlung durch Bewegung vereinfacht wird.
Die polnische Kryotherapie entstand in Wrocław, im Lehrstuhl für Rehabilitation unter der Leitung vom Prof Dr. hab. med. Zdzisława Zagrobelna in der Spothochschule.
Der Erfinder des ersten solchen Gerätes in unserem Land ist Dipl. – Ing. Zbigniew Raczkowski vom Institut niedriger Temperatur und struktureller Forschung Polnischer Wissenschaftsakademie in Wrocław.
Die Kältekammer des Typs „Alaska“, die sich in Grudziądz befindet ist eine der modernsten Kammern in Polen. Sie besteht aus Vorraum I und II, und aus einer Hauptkammer, die sich auf dem gleichen Niveau befindet. Auf diese Art und Weise ist der Patient unter ständiger Aufsicht eines Physiotherapeuten. Die Installation des Geräts auf einer Höhe ermöglicht auch Personen mit Behinderung eine Behandlung.
 
Wirkung der Kryotherapie
Die Einwirkung der Kälte auf den menschlichen Körper erfolgt in zwei Phasen. Die erste Phase beruht auf der Entnahme von Körperwärme, indem der Körper sehr niedrigen Temperaturen (von - 60°C bis 120°C) ausgesetzt wird. Die rasche Abkühlung verursacht die Verengung der Blutgefäße. So kommt es zu einer kleineren Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff und Nahrungsstoffen. Es kommt zu einem langsameren Stoffwechsel und enzymatischer Reaktion, was mit der Verringerung der Aktivität von Entzündungsmediatoren gleichzusetzen ist. Die Abkühlung der Gewebe wirkt sich auch schmerzlindern aus, was mit der langsameren Leitfähigkeit in den Nervenfasern, einer zum Teil oder ganzheitlichen Versperrung der C – Fasern und der Verringerung der Freistellung von Schmerzmediatoren. Der Effekt wirkt schon während der Behandlung und hält bis zu 3-4 Stunden an. Während der Session in der Kältekammer kommt es zu einer augenblicklichen Muskelanspannung, welche nach einer Minute vergeht. Es geschiegt so, weil es während der Abkühlung zur Verringerung der Aktivität von Muskelspindeln kommt.
Nach dem Beenden der Einwirkung von Kälte, beginnt die zweite Phase der Behandlung, also der Prozess der Körpererwärmung, anhand von physischen Übungen. Bei dieser Etappe kommt es zur Ausdehnung der Blutgefäße, was zu einer vierfach größeren Durchblutung durch die Gefäße kommt. Der Körper kehrt langsam zur eigentlichen Körpertemperatur zurück.

Zusammenfassen wirkt die Kryotherapie gegen Schmerzen, Entzündungen, hemmt die Entstehung von Schwellungen, verringert die Bildung der Lymphe, verringert die Veranlagung zu Blutungen und korrigiert die Gelenkbeweglichkeit.

 

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